Und das Grauen beginnt

ich habe es geahnt. Mit der Übernahme von Xen von Citrix landen bereits die Ersten auf der Straße der Informationslosigkeit (nicht das Xen da je ein Vorreiter gewesen wäre). Vor einigen Tagen erhielt ich über Jabber eine Frage, ob ich denn wüsste, warum denn DomUs nicht mehr ins Netzwerk kämen, unter Xen 3.2. Wie es scheint, wurde das Netzwerksetup wieder komplett über den Haufen geworfen*. Was verinnerlicht wurde, ist nun wieder Geschichte. Was mich vor allem so richtig stört: keiner der Entwickler sieht sich mal genötigt, auf die Frage hin, was denn nun tatsächlich der Auslöser war, das bisherige Konzept zu verwerfen (womit sehr viele, sehr gut zurecht gekommen sind), zu beantworten. Stattdessen nur Ratlosigkeit. Auf der Liste ist nun häufiger davon die Rede, bei Xen 3.1 zu verbleiben, da sonst viele Scripte etc. nicht mehr funktionieren.
Nirgends ist dokumentiert (od. zumindest nicht in der Doku/ im Wiki) wie nun das aktuelle Konzept aussieht. Also heißt es sich die Scripte anzuschauen und zu rätseln.

Ich glaube so allmählich, wenn KVM und Co Live Migration beherrschen würden, dann würde es düster aussehen, für Xen. Aber solang Xen immer noch billiger ist als Vmware, wird Xen nicht verschwinden.

* Das Bisherige Setup bestand darin, eine Bridge zu erzeugen, die Netzwerkkarte zu einem “Netzwerkstecker” zu degradieren, eine virtuelle eth0 zu erstellen, mit den ursprünglichen Daten der ehemals echten eth0, und das Gegenstück der virtuellen mit dem “physischen Stecker” in die Bridge zu werfen. Das jetzige Setup ähnelt sehr dem Konzept, was wir mit Xen 2.0.7 hatten. Dort ist die Bridge die Netzwerkkarte selbst (also kein xenbr0 sondern wird eth0 genannt). Vor allem hat nun die Bridge wieder eine IP.

(ps. vermutlich wäre es auch geschehen, wenn Citrix nicht XenSource gekauft hätte, aber das Feindbild muss geschürt werden ;-) ..)

Deine IP ist:
38.107.179.210

3 Kommentare

  • geschrieben am Juni 7, 2008 um 17:39 Uhr | Permalink

    Wenn ich das bei Martin lese, meine Erfahrungen mit GSX und VirtualBox dazu nehme, muss ich ehrlich gestehen, für den produktiven Einsatz reicht das noch lange nicht. Das ist doch echt mal alles Schrott. Virtuelle Maschinen die nach dem Umzug auf einen anderen Host nicht mehr stabil ans laufen kommen, oder nicht mehr booten ohne das man sie mit den üblichen kniffen noch retten kann… Ganz ehrlich, das kann man doch niemanden für den produktiven Einsatz empfehlen.

  • geschrieben am Juni 7, 2008 um 20:05 Uhr | Permalink

    Nur mal so kurz, wie schon eben im Jabber angedeutet: das greift zu kurz. Virtualisierung kann sehr wohl im produktiven Umfeld eingesetzt werden, erhöht aber zumeist auch in Teilen die Komplexität. Das Problem was ich habe, besteht darin, das Xen alle Nase lang ihr Konzept umwerfen, sodass es nahezu unmöglich ist, anderen Menschen das beizubringen. Da wird es nur wieder heißen, Linux ist Fuddelkram.

  • geschrieben am Juni 10, 2008 um 9:30 Uhr | Permalink

    Vollkommen Richtig, das eine ist frickelkram, das andere ist instabil nach einem Umzug, und das nächste sorgt dafür das aus heiterem Himmel die virtuelle Maschine nicht mehr bootet >> nicht für den Produktiven Einsatz geeignet.